Text
Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus, und lässt seinen Buben zu Fuß neben her laufen. Kommt ein Wanderer, und sagt: Das ist nicht recht, Vater, dass ihr reitet, und lasst euern Sohn laufen; ihr habt stärkere Glieder. Da stieg der Vater vom Esel herab, und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann, und sagt: Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest, und lässest deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine. Da saßen beide auf, und ritten eine Strecke. Kommt ein dritter Wandersmann, und sagt: Was ist das für ein Unverstand: Zwei Kerle auf Einem schwachen Tiere; Sollte man nicht einen Stock nehmen, und euch beide hinab jagen? Da stiegen beide ab und gingen selbdritt zu Fuß, rechts und links der Vater und Sohn, und in der Mitte der Esel. Kommt ein vierter Wandersmann und sagt: „Ihr seid drei kuriose Gesellen. Ists nicht genug, wenn Zwei zu Fuß gehen? Gehts nicht leichter, wenn Einer von euch reitet?“ Da band der Vater dem Esel die vordern Beine zusammen, und der Sohn band ihm die hintern Beine zusammen, zogen einen starken Baumpfahl durch, der an der Straße stand, und trugen den Esel auf der Achsel heim.
So weit kann’s kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.
Glossar
- der Bube
- der Junge
- die Glieder
- Arme und Beine
- der Wandersmann
- der Wanderer
- der Unverstand
- die Dummheit
- selbdritt
- zu dritt
- kurios
- seltsam
- der Baumpfahl
- langer Holzstab
- die Achsel
- die Schulter
Fragen zum Text
- Was kritisiert der erste Wanderer?
- Dass beide zu Fuß gehen.
- Dass der Vater reitet und der Sohn läuft.
- Dass der Esel zu alt ist.
- Was machen Vater und Sohn nach dem dritten Wanderer?
- Sie verkaufen den Esel.
- Sie reiten beide.
- Sie gehen beide zu Fuß neben dem Esel.
- Was ist die Moral der Geschichte?
- Man kann es nicht allen Leuten recht machen.
- Man soll immer auf Fremde hören.
- Esel sind störrische Tiere.
Erst überlegen, dann die Antworten zeigen; in der App erklärt sie der Tutor.