Eszett

Deutsche Grammatik · C2

Erzähltempora und erlebte Rede

Präteritum als ErzähltempusPlusquamperfekt (Vorzeitigkeit)würde + Infinitiv (Nachzeitigkeit)erlebte Rede

Die Regel

Erzähltempus der geschriebenen Erzählung ist das Präteritum; es bezeichnet nicht Vergangenheit, sondern Erzählung – deshalb kann sogar „morgen“ danebenstehen: „Morgen war Weihnachten.“ Was vor der erzählten Handlung liegt, steht im Plusquamperfekt (Vorzeitigkeit), was aus der Sicht der Figur noch bevorsteht, in „würde“ + Infinitiv (Nachzeitigkeit). Die erlebte Rede gibt Gedanken einer Figur ohne Redeeinleitung und ohne Anführungszeichen wieder: Person und Tempus wie im Erzählerbericht (3. Person, Präteritum), Wortstellung, Fragen, Ausrufe und Partikeln wie in der direkten Rede: „Sie sah auf die Uhr. Warum kam er denn nicht? Er hatte es doch versprochen!“ Dadurch verschmelzen Erzählerstimme und Figurenstimme; der Leser erfährt die Gedanken, ohne dass sie als Zitat markiert sind. Davon zu unterscheiden sind die indirekte Rede mit Konjunktiv I („Sie fragte sich, warum er nicht komme“) und die direkte Rede mit Anführungszeichen und Präsens.

Beispiele

Als sie ankam, hatte die Sitzung längst begonnen.
Er packte den Koffer. In drei Tagen würde er in Lissabon sein.
Sie starrte auf den Brief. Was wollte dieser Mann eigentlich von ihr? Sie kannte ihn doch gar nicht!
Morgen war Prüfung, und er hatte noch nicht einmal die Hälfte gelesen.

Aufgepasst

Wo sie im Kurs vorkommt

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