Eszett

Deutsche Grammatik · C2

„es“ als Platzhalter und Korrelat: Es wurde viel gelacht. Ich halte es für geboten, dass …

Platzhalter-es (Es wurde viel gelacht)Korrelat-es (Ich halte es für geboten, dass …)

Die Regel

Neben dem Pronomen (Das Buch? Ich habe es gelesen) und dem festen „es“ unpersönlicher Verben (es regnet, es gibt, es geht um, es handelt sich um, mir ist es kalt) hat „es“ zwei Aufgaben, die präzise Prosa auszeichnen. Erstens als Platzhalter an Position 1: Es besetzt das Vorfeld, wenn man das Subjekt aus Gründen der Gewichtung nach hinten rücken will – Es wurde viel gelacht. Es kamen mehr Gäste als erwartet. Es bleibt die Frage, ob … Sobald ein anderes Satzglied vorn steht, verschwindet dieses „es“ spurlos: Gestern wurde viel gelacht. Es verbindet sich dabei nicht mit dem Verb: Es kamen (Plural!) mehr Gäste. Zweitens als Korrelat, das einen Nebensatz oder Infinitivsatz ankündigt: Ich halte es für geboten, dass …; Sie hat es abgelehnt, den Vertrag zu unterschreiben; Es freut mich, dass … Bei Verben wie bedauern, ablehnen, begrüßen, vermeiden, es für richtig halten ist das Korrelat im Mittelfeld obligatorisch (Ich bedaure es, dass …); bei anderen (wissen, glauben, sagen) steht es nicht: Ich weiß, dass … (nicht: Ich weiß es, dass …). Ein Korrelat-es im Vorfeld fällt weg, wenn der Nebensatz selbst vorangeht: Dass er absagt, überrascht mich – nicht: Dass er absagt, es überrascht mich.

Beispiele

Es wurde bis in die Nacht hinein verhandelt, ohne dass man sich einigte.
Es kamen weit mehr Einwände, als der Vorstand erwartet hatte.
Der Rat hält es für geboten, die Entscheidung zu vertagen.
Dass die Studie nie veröffentlicht wurde, erklärt vieles.

Aufgepasst

Wo sie im Kurs vorkommt

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