Deutsche Grammatik · B1
Konjunktiv II: würde und die eigenen Formen
Die Regel
Der Konjunktiv II drückt Irreales, Wünsche und höfliche Bitten aus. Für die meisten Verben nimmt man „würde“ + Infinitiv: Ich würde ein Haus kaufen. Einige häufige Verben haben eine eigene Form: wäre, hätte, könnte, müsste, dürfte, sollte, wollte, käme, ginge, wüsste, gäbe, bliebe, fände, ließe. Im Wenn-Satz steht meist diese eigene Form am Ende, nicht „würde“; im Hauptsatz danach steht das Verb zuerst.
Beispiele
- Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich reisen.
- Hätte ich mehr Geld, käme ich gern mit.
- Könnten Sie mir bitte helfen?
- Ich wüsste gern, ob der Zug pünktlich ist.
Aufgepasst
- Wenn ich würde mehr Zeit haben, ich würde reisen. → Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich reisen.
Im Wenn-Satz steht die eigene Form „hätte“ am Ende; im Hauptsatz danach steht das Verb zuerst: würde ich. - Er werfte den Ball weiter, wenn er könnte. → Er würde den Ball weiter werfen, wenn er könnte.
„Werfte“ gibt es nicht; für werfen nimmt man würde + Infinitiv (die alte Form „würfe“ ist selten). - Wenn er könnte, werfe er den Ball weiter. → Wenn er könnte, würde er den Ball weiter werfen.
„werfe“ ist Konjunktiv I (indirekte Rede). Der Konjunktiv II starker Verben ist selten (würfe), deshalb: würde + Infinitiv. - Ich wünschte, ich würde mehr Geld haben. → Ich wünschte, ich hätte mehr Geld.
haben, sein und die Modalverben nutzen ihre eigenen Formen (hätte, wäre, könnte), nicht würde. - Wenn er Zeit hat, würde er kommen. → Wenn er Zeit hätte, würde er kommen.
Eine irreale Bedingung steht in beiden Teilen im Konjunktiv II: hätte ... würde kommen. - Wenn ich du wäre, ich würde das nicht machen. → Wenn ich du wäre, würde ich das nicht machen.
Der vorangestellte wenn-Satz besetzt Position 1; danach folgt sofort das Verb: würde ich.
Wo sie im Kurs vorkommt
- Bildung und Lernen (B1)
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