Deutsche Grammatik · B2
Passiv mit werden oder sein?
Die Regel
Das Vorgangspassiv mit „werden“ + Partizip II beschreibt eine Handlung, die gerade passiert oder passiert ist: Die Tür wird geschlossen (jemand schließt sie gerade). Das Zustandspassiv mit „sein“ + Partizip II beschreibt das Ergebnis, den Zustand danach: Die Tür ist geschlossen (sie ist zu). Im Perfekt heißt das Vorgangspassiv „ist geschlossen worden“.
Beispiele
- Die Tür wird gerade geschlossen.
- Die Tür ist geschlossen.
- Der Brief wurde gestern geschrieben. Jetzt ist er geschrieben.
- Das Haus ist 1900 gebaut worden.
Aufgepasst
- Der Brief ist gestern von ihr geschrieben. → Der Brief ist gestern von ihr geschrieben worden.
Gemeint ist der Vorgang (sie hat ihn gestern geschrieben), also Vorgangspassiv; im Perfekt: ist … geschrieben worden. - Das Haus ist 1900 gebaut geworden. → Das Haus ist 1900 gebaut worden.
Im Passiv-Perfekt heißt das Partizip von „werden“ „worden“, nicht „geworden“. - Der Kuchen ist gerade gebacken. → Der Kuchen wird gerade gebacken.
Ein Vorgang, der jetzt läuft: Vorgangspassiv mit „werden“. „ist gebacken“ wäre der fertige Zustand. - Das Auto wurde gestern repariert worden. → Das Auto wurde gestern repariert.
Präteritum Passiv = wurde + Partizip II. „worden“ gehört zu Perfekt und Plusquamperfekt (ist/war repariert worden), nicht neben „wurde“. - Der Brief wird von ihm geschrieben worden. → Der Brief ist von ihm geschrieben worden.
Perfekt Passiv bildet man mit „sein“ + Partizip II + worden, nicht mit „werden“.
Wo sie im Kurs vorkommt
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