Deutsche Grammatik · C1
Passiversatzformen: sich lassen, sein + zu, -bar
Die Regel
Statt des Passivs mit Modalverb (kann/muss gemacht werden) gibt es kürzere Formen. „sich lassen“ + Infinitiv = kann gemacht werden: Das Problem lässt sich lösen. „sein“ + zu + Infinitiv = muss oder kann gemacht werden, je nach Kontext: Die Rechnung ist bis Freitag zu bezahlen (muss); Der Fehler ist leicht zu übersehen (kann). Adjektive auf -bar, -lich, -fähig = kann gemacht werden: lösbar, verständlich, tragfähig. Reflexiv mit Adverb: Das Buch liest sich leicht. „man“ + Aktiv bleibt immer möglich: Man kann das Problem lösen. Diese Formen sind typisch für Fach- und Verwaltungssprache; bei trennbaren Verben steht „zu“ zwischen Präfix und Verb (einzureichen).
Beispiele
- Das Problem lässt sich nicht so einfach lösen.
- Der Antrag ist bis zum 31. März einzureichen.
- Die Daten sind nur schwer überprüfbar.
- Diese Entwicklung war nicht vorherzusehen.
Aufgepasst
- Das Problem lässt sich gelöst. → Das Problem lässt sich lösen.
Nach „sich lassen“ steht der Infinitiv, kein Partizip II. - Der Antrag ist bis Freitag einreichen. → Der Antrag ist bis Freitag einzureichen.
Die Form heißt sein + zu + Infinitiv; bei trennbaren Verben steht „zu“ zwischen Präfix und Verb: einzureichen. - Die Rechnung lässt sich bis Freitag bezahlen. → Die Rechnung ist bis Freitag zu bezahlen.
„sich lassen“ drückt nur Möglichkeit aus (kann). Für eine Pflicht (muss) nimmt man sein + zu + Infinitiv oder das Passiv mit „müssen“. - Das Ergebnis ist nicht zu vorhersehen. → Das Ergebnis ist nicht vorherzusehen.
„vorhersehen“ ist trennbar: „zu“ steht zwischen „vorher“ und „sehen“.
Wo sie im Kurs vorkommt
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